Meine Yoga Retreat Woche auf Ibiza

Mein Reise Tagebuch

Was sind und bringen Retreats eigentlich? Schon mal etwas von makrobiotischen Ernährung gehört? Warum nehme ich als Nia® und Yoga Teacher Yoga Unterricht und nehme an einem solcher Retreats teil?

Die Antwort auf diese Fragen, mehr zu einem interessanten Yoga-Retreat, weise Tagessprüche und einfach nur nette Geschichten habe ich für Euch in meinem Reisetagebuch zusammengestellt.

Eine Woche auf Ibiza: Reise in die Entspannung und zu mir selbst.

Viel Spaß beim Lesen!

Tag eins:  12. Juni – Die Anreise
Heute ist mein Geburtstag. Die guten Wünsche flattern nur so rein. Das macht Spaß! Ich bin seit frühem Morgen auf den Beinen, denn eigentlich sollte ich von Frankfurt abfliegen aber wie es so oft kommt- Familienpläne haben sich kurzfristig geändert. Und so war ich heute früh nach einer tanzreichen Party in Berlin aufgewacht. So früh macht mir das aufstehen nur dann nix aus, wenn es in den Urlaub geht 😉

In Frankfurt angekommen, dürfte ich schonmal einen Teil des Wegs nach Ibiza zu Fuß laufen – Gate Änderung… Aber für ein leckeres Frühstück und etwas Shopping hat die Zeit noch gereicht. Was für ein schöner Start in den Tag! Und dann noch von den vielen guten Wünschen begleitet. Da ich am Flughafen nicht wirklich etwas zu tun hatte (und zu viel Shoppen verträgt meine Kreditkarte nicht) hatte ich endlich Zeit für Facebook. Am eigenen Geburtstag ist es auch wirklich schön, sich einzureden, dass sooooo viele Menschen an einen denken (sie werden ja auch von Facebook erinnert 😉 -macht aber nichts).

In Berlin war es sonnig, in Frankfurt Regen. Auf Ibiza angekommen: 27 Grad – herrlich!

Ein paar Schwierigkeiten bei der Abholung des Autos und eine gute Halbe Stunde später, bin ich am Treffpunkt – der Dorfkirche – angekommen. Nun hatte ich schon wieder Zeit während ich auf die Abholung durch die Gastgeber wartete.

Das schlechte Gewissen meinem Sohn Gegenüber versuchte ich auf den Flughäfen in Deutschland zu laßen. Leicht ist es nicht. Schließlich sind wir nach vier Jahren zum erste Mal eine ganze Woche getrennt. Hier und da war ich schon mal 2-3 Tage weg aber eine ganze Woche Urlaub von Mama- und Ehefrau-Dasein? Wow!!! Und doch wehmutig…

Ich wurde abgeholt und folgte einen steilen Berg ab bis zu dem ‚Yoga Haus‘. Eine alte Villa mit wunderschönem Garten und einem  Pool. Absolute Ruhe. Niemand war zu sehen.

Jamie erklärte mir grob die Abläufe und seine spannende Küche. Die ganze Woche ist makrobiotische Ernährung angesagt. Ich bin gespannt.

Die Grundidee:

„Each foot has a meaning“

Nun aber erstmal kurz in den Pool springen und abkühlen. Gleich geht es zu der ersten Yoga Stunde, dann die erste makrobiotische Mahlzeit und anschließend die Gong Meditation.

 

Tag zwei: 13. Juni – Ankommen

Trotz des vielen ‚mdetitaiven‘ Schlafs bin ich gestern am späten Abend ohne Probleme eingeschlafen. Ich träumte von meiner früheren Arbeit. Dies war der erste positive Traum zu diesem Thema. Interessant.

Von alleine aufgewacht bin ich dennoch nicht – als 7:30 jemand an meiner Türe klopfte war mein erster Gedanke ‚wie im Camp‘. Jedoch beschloss ich, meinen inneren Rebellen zum Schweigen zu bringen und rappelte mich auf. Draußen saßen schon alle in der Morgenmeditation, der ich mich angeschlossen habe. Anschließend gab es etwas Yoga.

Die zweite makrobiotische Mahlzeit – das Frühstück war super lecker und überraschend. Eine grüne Suppe mit Ei. Und ein Mix an Gemüse und Körner in Breiform als süße Nachspeise. Vorab ein Drink aus Kuzu, Ingwer, Zitronenschale und Umeboshi plum – sah aus wie ein Schnaps, schmeckte stark nach Ingwer und sollte in der Wirkung den Kaffe ersetzen, nur mit dem Unterschied, dass es auch noch entgiftet.

Processed with MOLDIV

Ich bleibe gespannt.

Gleichzeitig merke ich, dass es mir nicht einfach fällt, mich auf Neues einzulaßen. Oft meldet sich meine innere Stimme mit Verbesserungsvorschlägen (vor allem beim Yoga, das hier auf einem sehr Basic Level angeboten wird). Doch wiederhole ich immer wieder mein Mantra ‚thank you mind – not now‘ und stoppe so den Gedankenfluss. Ich will mich darauf einlaßen. Schließlich bin ich hier, um das ganzheitliche Konzept auszuprobieren.

Dennoch: Tanzen fehlt mir also gehe ich nun in den wunderschönen Garten, mit Kopfhörern und beschäftige mich mit einer neuen Choreographie. Wenn ich zurück nach Deutschland kommen, habe ich für dich ‚JOY‘ im Gepäck und freue mich, bald wieder mit dir zu tanzen!

Der Tanz am morgen hat mir außer Freude auch einen leichten Sonnenbrand auf der Schulter beschert. Die Sonne hat hier eine ganz andere Kraft! Morgen kreme ich mich gleich früh ein.

Den Pool habe ich nach der Tanzstunde besonders genoßen: kühles erfrischendes Wasser war genau das Richtige vor der Entspannung in der Sonne und meiner ersten Massage (ein Teil des Retreats). Eine Mischung aus Shiatsu und Thaimassage ließ mich den Energiefluss in meinem Körper wieder spüren. Vor allem die Kopfmassage tat gut: Hatte seit mehreren Stunden heftige Kopfschmerzen (Entgiftungseffekt???).

„Jeder neuer Tag ist anders, jedes Essen ist anders, selbst wenn es das gleiche ist wie am Tag davor, denn Du bist anders an jedem neuen Tag“

Zum Lunch gab es Dinkelnudeln mit Humus und Salat. Nicht mein Ding. Der Nachtisch dafür aber umso mehr: Kuchen! Kein gewöhnlicher Kuchen – da muss ich noch das Rezept erfragen – der weder Schweregefühl verursachte noch übermäßig (aber genug) süß war. Dennoch: momentan habe ich das Gefühl, hier mehr zu essen als zuhause. Ob ich am Ende gleich wieder zwei Kilo schwerer bin?  Mal schauen…

Die Gespräche drehen sich hier um gesunde Ernährung, Yoga, Entspannungstechniken und Energie. Es sind aber sehr ungezwungene Gespräche, mit viel Humor daher ist die Atmosphäre sehr angenehm.

Die Abends Yogastunde bestand praktisch nur aus drei Stretchübungen für den Rücken. Hmmm…. Es ist halt doch ein Retreat hier, kein Übungscamp 😉 Zum Abendessen hab es einen Bürger aus 1000 Körner und lauwarmen Wirsing. Vorab eine grüne Suppe.

Und danach? Ein Hippie Markt!

Ibiza hat wirklich eine besondere Energie!

Der Markt war so wunderschön, so strahlend  – es hat wahrlich Spaß gemacht zwischen den Ständen zu schlendern.

Dem Stand mit Moijto habe ich widerstehen können 🙂 Schließlich ist es meine Detox-Woche!

Ich bin stolz auf mich.

 

Tag drei: 14 Juni – Der Strand

Ich habe schlecht geschlafen. Zum einen war es eine sehr stürmische Nacht und der Wind hat die alten Türen und Fensterblenden quitschen laßen. Ich habe diverse Tiergeräusche gehört und mehrmals nachgeschaut, ob sich eine Eidechse in mein Zimmer verirrt hätte…

Zum anderen bin ich mitten in der Nacht mit starken Magenschmerzen aufgewacht. Bekommt mir das Essen nicht? Oder lag es eher an den SMSes von meiner Mutter,  die auf mein Schuldgefühl gegenüber meinem Kind  anspielte und es verstärkte?

Zum Glück wusste Kasia (unser Yoga Teacher und Shiatsu Experte hier), welche Akupressur Punkte helfen können und das taten sie auch 🙂

„Du alleine entscheidest über Dich, denn Du bist die/der einzige,
die/der in deinem Kopf denkt“

Davon ermutigt beschloss ich, eine Runde zu joggen. Es solle einen 20 Minuten Weg Berg auf und ab geben – easy – dachte ich. Es machte großen Spaß und ich gelang tatsächlich nach ca. 20 Minuten bis zum Ende des Weges durch den Wald, der in eine viel befahrene Straße überging. Da kehrte ich um und machte mich auf den Weg zurück – diesmal mehr Berg hoch als runter…

Tja, als ich vor einem halben Jahr begann Spanisch zu lernen, habe ich mich ein wenig gewundert dass der Satz „estoj perdida“  einer der ersten, in meinem Sprachkurs war. Nun hat er mich quasi gerettet, denn ich habe mich tatsächlich verirrt. Immer wieder landete ich am Ende eines Bergs bei einem Haus, aus dem ein Hund auf mich zulief, dem wiederum ein Spanier folgte. Zum Glück wusste ich zu sagen, dass ich mich verirrt habe 😉

Nach ca. zwei Stunden gelang es mir, unser Haus zu finden. Jetzt erstmal die brennenden Füße ins kalte Wasser stecken!

 

Mein Körper schrie nach einer Massage – doch das ist hier kein Problem. Und es war auch eine wunderbare Massage – danke, Krystyna!

Zum Lunch gab es eine makrobiotische Pizza mit Pudding und gebackenen Birnen zum Nachtisch. Großartig! Direkt danach brachen wir auf zum Strand. Endlich!!!

10 Minuten Fahrt später lagen wir im warmen Salzwasser und anschließend im Sand. Gibt es etwas entspannenderes? So aufgewärmt gab der Körper beim Yoga am Abend besser nach als sonst.

 

Das Abendessen bestand unter anderem aus einer interessanten Bohnensuppe, die etwas würziger schmeckte als die meisten Gerichte bis jetzt.

Leider habe ich den Skype-Anruf meiner Männer verpasst 🙁 Ich konnte zwar später noch mit meinem Mann sprechen, aber mein kleiner Sohn war schon im Schlummerland. Ich vermisse ihn sehr…

Tag 4: 15. Juni – As usual…

Zum Tagesstart eine interessante Idee für die  Ernährung:

  • Morgens sind wir wie Babys – Babynahrung: Brei, Milch, etc.
  • Lunch Time ist Teenager Zeit – Nudeln, Pizza, Nachtisch…
  • Abends essen wir erwachsen – Gemüse, Fisch, Fleisch.

 

 

Nach der Leberreinigenden grünen Suppe mit Ei, gibt es einen leckeren süßen Brei zum Nachtisch (siehe Foto). Anschließend Nia® mit mir. Ich bin die einzige Teilnehmerin – die anderen liege am Pool. Stört mich aber nicht.

Der Strand, den wir heute gewählt haben begeistert mich nicht. Es steht aber auch nicht im Fokus des Tages: Heute wollen wir alle zu der Namaste Party unten im Dorf!

Doch bevor es soweit ist, läuft der Tag wie üblich weiter: makrobiotischer Lunch, Yoga am Abend, makrobiotischer Dinner. Jamie, der hier unser Koch ist (und schon für Stars wie Sting und Madonna gekocht hatte!) ist für mich vor allem der King der Desserts. Dass es möglich ist, so vielfältig und lecker und dabei zuckerfrei süße Speisen zuzubereiten, war mir nicht klar. Ich werde bei ihm noch ein paar Rezepte für Euch erfragen, bevor ich Ibiza verlaße 😉

Nach dem Abendessen gelang es mir endlich, meinen Sohn zu erreichen. Es tat so gut, da kullerten  mir doch glatt ein paar Trennen übers Gesicht… Gleichzeitig war das Skype-Telefonat sehr beruhigend: Es geht ihm gut! 🙂 Ich war sehr gerührt als er beschlossen hat, durch den Bildschirm zu mir zu kommen – vielleicht ist eines Tages auch dies technisch möglich!?!

Bevor wir zu der Party aufbrechen konnten, bot mir der hier anwesende Energotherapeut an, mich zu behandeln. Er meinte zu fühlen, ‚in perfect mut‘ hierfür zu sein. Ich war zunächst etwas skeptisch, spürte aber seine gute Energie und willigte ein.

Nach der Behandlung, die mich ‚Strom Fileßen‘ durch meine Arme, Beine, und Innereien spüren ließ, war ich zu tiefen entspannt als dass ich noch zu einer Party gehen könnte. Anderen ging es aber auch ohne Therapie ähnlich und so blieben wir alle in unserer schönen Villa.

Tag 5: 16. Juni – Oase der Ruhe

Ich bin in meiner natürlichen Zeit um 8:15 Uhr aufgewacht. Somit habe ich die Meditation und Yoga verschlafen. Dafür geht es mir aber so richtig gut. Die Therapie vom Vortag hält an: Ich bin immer noch tiefen entspannt und habe das Gefühl, nichts könne mich aus der Ruhe bringen. Auch körperlich geht es mir sehr gut.  Und doch (oder gerade deshalb?) verspüre ich heute weder den Drang noch die Lust zum Sport. Ich ruhe einfach in mir selbst – ein herrliches Gefühl.

Yesterday is a memory
and tomorrow is only a vision
but today well lived
makes every yesterday a memory of happiness
and every tomorrow a vision of hope.

Tag 6: 17. Juni – Morgen geht es nach Hause

Ich möchte nicht mit leeren Händen zurückkehren. Als gestern mein Sohn am Telefon erfahren hat, dass es hier auch Strand gibt, hat er ganz besorgt gefragt, ob ich dort für immer bleibe… So Kristall klar das Wasser am plaja aqua blanca auch ist – ich freue mich auf Zuhause und kann es kaum erwarten, meinen Kleinen in die Arme zu nehmen!

Bei dem letzten Ausflug, nach San Eulária, habe ich einen schönen Kinderladen gefunden und für meinen Sohn eine Ibiza-Hippi-Style Hose mit der Aufschrift ‚be happy‘ gekauft. Und auf dem Markt einen Geko-Holz-Puzzle. Und dann noch einen Bergkristall, weil Leonard so gern ‚ein Mineral‘ haben möchte. Ich spürte, dass dies das Richtige ist. Auch für mich fand ich eine Kleinigkeit: Einen Armbad. Es ist Zeit für etwas Weiblichkeit 🙂

Heute Nachmittag haben sich meinem Joy-Nia Tanz alle angeschlossen. Es war magisch. Ich bin wieder ich und voller Energie, die ich mit Dir teilen kann.

Abends ein Dinner am Strand: Fisch, Aioli, Oliven, Sunset und ganz viel gute Energie.

Ready to go home 🙂

Mein Fazit:

Für erfahrene Yogis ist es nichts. Dazu ist der Yoga Unterricht hier viel zu Basic. Obgleich mit viel Wissen und Erfahrung dahinter.

Das Essen ist auf Dauer etwas einseitig. Doch reinigend, stabilisierend und sehr empfehlenswert, es mal auszuprobieren!

Das Haus ist sehr schön, bequem und großzügig. Kein Luxus jedoch mehr als nötig und wirklich tolle Atmosphäre.

Das letztere gilt auch für das Klima im Allgemeinen hier: Es herrscht ein sehr besonderes Spirit mit viel know how dahinter. Ein Retreat, bei dem Zeit und Raum vorhanden sind, um sich wieder  zu zentrieren oder gar neu zu finden. Und die Insel Ibiza schafft dafür auch einen perfekten Rahmen.

Eure Yve

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