Macht Erfolg glücklich?

Nein – es ist umgehert!

The Huffington Post | von Gina Louisa Metzler

Wenn man wie wir in einer Zeit lebt, in der viel Stress und wenig Freizeit sich irgendwie zum ultimativen Statussymbol gemausert haben, kann ein Einblick in die Gedankenwelt von Shawn Achor sehr wohltuend sein.

Der Harvard-Professor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, was Menschen glücklich macht. Durch seine Forschung hat er außerdem die sehr spannende Erkenntnis gewonnen, was Menschen erfolgreich macht – denn beides hängt unmittelbar miteinander zusammen.

Achor stellte fest, dass wir beruflich viel erfolgreicher sein können, wenn wir glücklich sind. Unser Gehirn ist in einem positiven Zustand schlichtweg produktiver – und zwar um 31 Prozent produktiver als in negativem Zustand.

Der  Denkfehler

Die meisten von uns können auf diese 31 Prozent mehr Produktivität aber nicht zugreifen, weil sich ein entscheidender Denkfehler in unserer Gesellschaft eingeschlichen hat:

Wir glauben, dass wir erfolgreicher sein werden, wenn wir härter arbeiten. Je härter wir arbeiten, desto erfolgreicher werden wir sein. Und je erfolgreicher wir sind, desto glücklicher werden wir sein. Doch das ist ein Trugschluss, wie Achor erklärt.

In einem viel beachteten TED-Talk sprach der Professor über seine jahrelange Forschung und warum er glaubt, dass wir dringend umdenken müssen, um überhaupt das volle Potenzial unseres Gehirns entfalten zu können.

Achor bereiste 45 Länder und machte eine erstaunliche Entdeckung

“Das Gehirn in einem positiven Zustand funktioniert signifikant besser als das Gehirn in einem neutralen oder negativen Zustand. Die Intelligenz ist höher, die Kreativität verstärkt sich, die Energielevel steigen an”.

“Im positiven Zustand ist das Gehirn 31 Prozent produktiver. Verkäufer steigern ihre Leistung um 37 Prozent. Ärzte arbeiten 19 Prozent schneller und akkurater, wenn ihr Gehirn in einem positiven Zustand ist”.

Nachdem der Wissenschaftler  drei Jahre lang insgesamt 45 Länder bereist und dort mit Schulen und Unternehmen zusammengearbeitet hat, kann Achor sagen: Der Irrglaube, dass härtere Arbeit zu größeren Erfolgen führe, existiert überall und zieht sich durch alle Formen der Kindererziehung und des Managements.

Wir glauben, dass wir erfolgreich sein müssen, um glücklich zu sein – aber es ist genau umgekehrt!

Das Problem dabei ist nicht nur, dass diese Falschannahme unserer Potenzialentfaltung im Weg steht – sie verhindert auch, dass wir jemals wirklich glücklich werden.

Achor erklärt:

“Jedes Mal, wenn das Gehirn einen Erfolg verbucht, wird die Latte danach höher gehängt: Du hast gute Noten bekommen, jetzt musst du bessere Noten bekommen. Du hast deine Verkaufsziele erreicht, jetzt werden sie erhöht.

Wenn Glück auf der anderen Seite von Erfolg steht, wird das Gehirn nie dorthin gelangen. Wir als Gesellschaft haben Glück über unseren geistigen Horizont hinausgeschoben, weil wir glauben, dass wir erfolgreich sein müssen, um glücklich zu sein. Unser Gehirn arbeitet jedoch genau anders herum.”

Es muss ein Umdenken her

Ein neuer Blick auf das, was wir als Erfolg definieren. Anstatt unser Glück davon abhängig zu machen, welche Ziele wir in der Zukunft erreichen, sollten wir versuchen, im Hier und Jetzt Zufriedenheit zu finden.

Denn dann passiert ganz automatisch etwas Erstaunliches:

“Wenn wir einen Weg finden, im gegenwärtigen Moment positiv zu sein, dann funktioniert unser Gehirn besser, sodass wir in der Lage sind, härter, besser und intelligenter zu arbeiten”.

Wer glaubt, dass das leichter gesagt als getan ist, irrt sich. Der Forscher hat eine sehr einfache Methode entwickelt, mit der jeder es innerhalb kürzester Zeit schafft, im Hier und Jetzt Zufriedenheit zu empfinden.

Achor verrät, wie wir unser Gehirn umprogrammieren können.

Mit nur zwei Minuten Aufwand an 21 aufeinanderfolgenden Tagen ist es laut Achor möglich, das Gehirn gewissermaßen neu zu programmieren, so dass es optimistischer und erfolgreicher arbeitet.

Das gelingt, indem man jeden Tag drei neue Dinge aufschreibt, für die man dankbar ist. Nach 21 Tagen beginnt das Gehirn dann, die Welt zuerst nach positiven und nicht nach negativen Dingen zu scannen.

Achtsamkeit und Dankbarkeit führen zu einem stärkeren Glücksempfinden. Und das wiederum ist der Schlüssel zu größerem Erfolg.

Quelle: HPMG News

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