Die Macht der Ich-Kommunikation

Vier Stimmen in Dir & Du

Vollgas ins Neue Jahr?
Zum Handy greifen und loslegen – dass kann jeder! Wie wäre es zu Beginn des Jahres mit Qualität statt Quantität?

Oh nein, wir wollen Dich gar nicht bremsen, Deine Liste der guten Vorsätze umzusetzen! Der ist uns auch, Dich davon abzuhalten, Deine beruflichen oder persönlichen Ziele zu fokussieren und loszulegen oder diese zu reduzieren.

Aber wie wäre es bei allem, was Du tust, oder viel mehr was Du sagst, etwas mehr Achtsamkeit auf die Form zu legen?

Wir möchten Dich ermutigen, Dich klar auszudrücken und über Deine eigenen Erfahrungen, Empfindungen und Gedanken zu berichten anstatt über die vom ‚man‘…

„Wenn man einen Raum betritt und alle Menschen einen freundlich anschauen, fühlt man sich wohl und willkommen“

Ach wirklich? Gilt es für jeden oder wer ist dieser ‚Man‘, der sich so fühlt?

“ Bei der Rede spürte man die Energie!: Man könne alles verändern“

Wer ist dieser ‚Man‘, der hier für uns Verantwortung übernimmt?

Was die Grammatik als ‚unpersönliches Passiv‘ bezeichnet und dafür gedacht war, allgemeine, nicht personifizierte Aussagen zu treffen, ist im täglichen Sprachgebrauch häufig die Standardkommunikation.

Wer will schon wissen,

  • was Du denkst,
  • was Du fühlst,
  • was Du glaubst,
  • welche Träume Du hast,
  • welche Erfahrungen Du gemacht hast.

Wenn Du von Dir erzählst und aus der Position Ich heraus sprichst, dann tust Du das: Über Dich zu erzählen. Bei dieser Art von Kommunikation stehst Du zu Deinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen. Du übernimmst Verantwortung für das, was Du sagst.

Wenn Du die Ich- Kommunikation einsetzt, vermeidest Du:

  • Vermutungen
  • Erwartungen
  • Schuldzuweisungen
  • Bewertungen
  • Verallgemeinerungen
  • unbewußte, gedankenlose Behauptungen

Ein Kommunikationsstil bei dem Du die Verantwortung übernimmst, hilft Dir selbst dabei Deine Meinung klar zu definieren und Deiner Zuhörerschaft, aufmerksam zu sein.

Benutzt Du in Deine Kommunikation Worte wie du, wir, sie, gehst Du davon aus, dass Deine Erfahrungen auch die Erfahrungen der Anderen sind. Somit interpretierst und unterstellst Du, dass Deine Meinung auch für eine andere Person gilt, dass Deine Idee, auch für jemanden anderen Realität ist, dass Dein Gefühl, allgemein spürbar ist.

Du verallgemeinerst dann.

Mit dem Wort ‚man‘ distanzierst Du Dich sogar noch mehr von deiner eigenen Aussage: ‚Man‘ (Irgendjemand? Alle? Alle außer mir?) denkt, fühlt oder handelt so – nur wer eigentlich?

Klar nach außen und innen

Die Ich Kommunikation erzeugt zweierlei Wirkung. Zum einen Klarheit nach Außen. Das erfordert oft Mut, denn meidest Du Verallgemeinerungen, gibst Du Preis, was Du denkst, fühlst und zu sagen hast. Zum anderen Es hilft es Dir selbst, Deine eigenen Gedanken zu sortieren, Meinungen zu bestimmten Themen zu definieren und schließlich, die Wichtigkeit (oder Banalität) des Themas für Dich selbst abzuschätzen.

Wenn Du in der Ich Form darüber sprichst, was Dich beschäftigt ist Dein Unterbewusstsein wacher und kritischer mit dem gesagten. Quasi beiläufig überprüfst Du die Wahrhaftigkeit deiner Aussagen und Wahrhaftigkeit schafft Qualität.

Angstaugen

Die Angst hat große Augen
Das unpersönliche Passiv ist vor allem in der Arbeitswelt sehr beliebt. Hier ist die Angst vor Verantwortung wohl am größten. Die E-mails sind voller Formulierungen wie

„Wir möchten Ihnen heute anbieten“,
„Wir verstehen Ihre Unzufriedenheit“,
„Wir freuen und auf Ihre Antwort“.

Sofern in der Unterschrift mehr als ein Name steht, machen solche Aussagen Sinn, ansonsten geben sie einfachnur die Auskunft darüber, dass sich der Autor nicht traut, die Verantwortung für den Text zu übernehmen (womöglich sind es auch nicht seine Worte – in dem Fall wäre es besser einfach „im Auftrag von…“ zu schreiben) oder zumindest nicht hinter dem gesagten steht.

In manchen Jobs wird den Mitarbeitern oft diktiert, was zu tun oder zu sagen ist. Vielleicht kommt daher die Distanz in der Kommunikation. Aber privat kann ich doch verantworten, was ich zu sagen habe! Warum also diesen Stil zu übernehmen?

Im Übrigen, wenn wir in unseren Beiträgen das Wort ‚wir‘ benutzen, dann meinen wir damit die Autoren von ‚balanceroom‘. Der Verantwortlicher ist also da und in solchem Gebrauch ist es natürlich legitim.

Vielleicht illustriert die Geschichte von Axel Hacke aus „Alle Jahre wieder“ ganz zutreffend und auf amüsante Art und Weise die Wirkung der passiven Kommunikation in der Partnerschaft:

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Die Christbaumkugel

NUN HABEN WIR AUGUST: Weihnachten ist schon eine Weile her.

Auf der Kommode im Flur liegt immer noch eine riesige lilafarbene Christbaumkugel. Paola hatte sie zur Weihnachtszeit über dem Spiegel im Flur aufgehängt, das sah sehr schön aus und war ziemlich praktisch. Der Spiegel ist gleich gegenüber der Wohnungstür, und wenn man vor Weihnachten hereinkam, sah man als erstes diese riesige Christbaumkugel und wusste sofort: Aha, jetzt ist also Weihnachtszeit. Nur falls man es vergessen hatte.

Nach Weihnachten wurde die Kugel abgehängt und fürs Erste auf die Kommode gelegt, damit sie in den Keller gebracht werden konnte. Aber sie ist immer noch dort. Und es ist keine Weihnachtszeit, beim besten Willen nicht.

„Man müsste die Christbaumkugel in den Keller bringen“, sagt Paola ab und zu.

„Jemand könnte mal die Christbaumkugel hier weg tun, in den Keller vielleicht“, sage ich dann und wann.

Manchmal kommt es mir so vor, als ob in unserer Wohnung noch drei andere Personen lebten, außer Paola, Luis, mir und Bosch, meinem sehr alten Kühlschrank und Freund. Diese drei anderen Personen sind: Herr Man, Frau Jemand und Fräulein Einer. Um die Wahrheit über diese drei zu sagen: Sie sind stinkfaul. Sie beteiligen sich an keiner Weise am Gemeinschaftsleben. Sie tun überhaupt nichts.

Ich sage:“Man müsste mal die Blumen auf dem Balkon gießen.“
Aber Man tut es nicht.

Paola sagt: „Jemand müsste mal deinen Tennisschläger beiseiteräumen.“ Aber Jemand istnirgendwo in Sicht.

Ich sage:“ Einer müsste unbedingt das Altglas wegbringen.“ Aber das Altglas bleibt da, nichts zu sehen von Einer.

Der Fall der Christbaumkugel ist besonders schwierig. Es war, glaube ich, Anfang März, Als Paola ihretwegen einen Wutanfall bekam. Sie schrie, diese Christbaumkugel müssehier endlich weggeräumt werden, wenn sie nicht bald weggeräumt werde, dann werde sie das Ding aus dem Fenster werfen, sie könne es nicht mehr sehen.

Man beachte nun hier die Formel> muss hier endlich weggeräumt werden>. Es handelt sich um das sogenannte Partnerschafts-Passiv, eine in Beziehungen sehr alltäglichen Art zu sprechen, wenn es um Dinge geht, die unbedingt getan werden müssen, die man selbst aber um keinen Preis der Welt tun möchte. Es gibt ja so gewisse Dinge, die man einfach überhaupt nicht gerne tut, bei jedem ist es etwas anderes: Ich persönlich hasse das Bohren von Löchern (zum Bildaufhängen oder Regalbefestigen) wie nichts auf der Welt. Paola verachtet das Blumengießen, als wäre es der Abschaum unter den Tätigkeiten. Wenn nun Löcher gebohrt oder Blumen gegossen werden müssen, man selbst es aber einerseits nicht tun möchte, andererseits aber aus internen Gründen nicht direkt den Partnerdazu auffordern will > Kannst du nicht hier endlich…?!

Mit der Christbaumkugel war es nun so, dass sich eines Tages mehrere Gegenstände angesammelt hatten, die in den Keller gebracht werden mussten, darunter eine Reisetasche. Ich packe ungefähr im April in einem Anfall von Entschlusskraft alles in die Reisetasche, trug sie in den Keller und stellte die Tasche dort ab, samt Kugel.

Ein paar Wochen später musste Paola überdas Wochenende verreisen.Sie holte sich aus dem Keller die Reisetasche und bemerkte erst in der Wohnung, dass die Christbaumkugel noch drin war.

„Die Reisetasche hätte im Keller ausgepackt werden müssen“, sagte Paola und legte die Christbaumkugel wieder auf die Kommode im Flur, wo sie sich, wie gesagt, immer noch befindet.

Wir haben nun schon August. Eigentlich lohnt es sich gar nicht mehr, die Kugel noch in den Keller zu bringen. Für die paar Monate. Weihnachten müsste sie ja doch nur wieder nach oben gebracht werden.

Oder Jemand müsste sie holen. Oder Einer. Oder Man.

(Axel Hacke)

Diese und andere Weihnachtsgeschichten findest Du hier:

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Deine Berater – Die Stimmen in Dir

Im Sinne von BalanceRoom gibt es vier Hauptstimmen in Dir. Sie sprechen direkt zu Dir. Ihre Botschaften An- und Einsichten vermitteln sie auf eine subtile Art und Weise.

Die vier sind wie einzelne Körperteile – unabhängige Welten, die ständig gleichzeitig Informationen aufnehmen, abgeben und austauschen, die unabhängig von einander arbeiten, doch alle miteinander verbunden sind. Diese Stimmen machen das eine Bewusstsein von Dir aus. Daraus entsteht wiederum Deine Bewusstheit.

Jeder der vier Stimmen hat ihre eigenen spezifischen Informationen für Dich und will Dich auf ihre ganz persönliche Art berühren. Wenn Du ihre Worte hörst, spüre sie in Dir. Beachte ihre einzigartige, individuelle Energie, ihr Wissen und den jeweiligen Blickwinkel.

Erforschte jedes Mal, wenn Du Dich mit einer dieser Stimmen verbindest, ihren Bereich und nimm ihre Informationen auf. Diese stimmen sind die innere Weisheit Deines Körpers und sprechen ausschließlich zu dir. Höre zu! Bleibe aufmerksam! Und fühle deinen Körper, während er zu dir spricht.

Die Stimmen deines Inneren sind voller Weisheit, Magie und Mystik.

Körper

Der physische Bereich bringt mit sich eine sichtbare Symbolsprache. Du (und ich und jeder von uns) bestehst aus vielen Einzelinformationen, die zusammen ein Ganzes bilden.

Der Körper verändert sich ständig und entsteht immer wieder neu. Er ist durch das präsent, was Du in jedem einzelnen Augenblick brauchst.

Erlaube deinem Körper, Dich an die natürliche, organische Intelligenz und Weisheit, die in ihm wohnt, zu führen. Jeder Teil deines Körpers ist eine Pforte, durch die Energie, Wissen und Klugheit hineinfliegen kann.

Um die Sprache des Körpers zu hören, musst Du Dich der Intelligenz deines ‚denkenden Körpers‘ öffnen und entdecken, wie die Energie jedes Wortes, jedes Bildes, jeder Erfahrung und jeder Bewegung ganz bestimmte Informationen fort Dich bereithält.

Dieser Bereich ist eine reichhaltige Quelle der Freude und des Vergnügens.

Geist

Es ist der Bereich, wo Sprache Hause ist. Sprache verbindet Deine linke Gehirnhälfte (logisch, linear) mit Deiner rechten (kreativ, fließend) miteinander.

Aber auch der Bereich der Gedanken. Ein Bereich unbegrenzter Möglichkeiten, wo die Energie und Informationen im Überfluss vorhanden sind und dir jederzeit, sofort zur Verfügung stehen.

Um die Sprache des Geistes zu hören, musst Du Dich der Leere öffnen. Denn dein Gehirn kann sich gerade in dem nicht denkenden Bereich ausdehnen und Informationen aufnehmen.

Dieser Bereich ist zeitlos und ohne Grenzen.

Emotionen

Der emotionaler Bereich bietet Raum für freien Fluß der Gefühle. Durch Worte und Taten entstehen multidimensionale Energiequellen.

Die Stimme der Emotionen wird dir nicht sagen, wie Du zu fühlen und zu denken hast. Sie ist da, um Dich zu inspirieren. Sie möchte dir helfen, Zugang zu den tiefsten Schichten deiner emotionalen Erfahrung zu finden.

Um diese Stimme zu hören, musst du in deine Lebensgeschichte eintauchen, um sich mit all deinen vielschichtigen, schillernden und leidenschaftlichen Persönlichkeiten zu verbinden. Sie sind jederzeit verfügbar. Durch die Verbindung wirst du dir deiner wahren Gefühle bewusst. so kannst Du erkennen, welche Beziehung Du zu Worten, Gedanken, Symbolen und Informationen hast und wie Du auf sie reagierst.

Gelingt es dir nicht zu werten, erkennst Du ganz leicht, hinter welchen Gefühlen Du stehst und welche Emotionen kein teil von dir sind.

Dieser Bereich ist voller Erkenntnis.

Seele

In dem geistig-spirituellen Bereich sind Sprache, Intention und Symbole zu Hause. Hier findest Du die direkte Verbindung zu der göttlichen Essenz, die auch in dir wohnt. Die hier reichlich vorhandene Heilkraft will dein Herz und deine Seele durchziehen, sodass sich dein einzigartiges spirituelles Wesen natürlich entwickeln und hervortreten kann.

Um die Sprache der Seele zu hören, brauchst Du vor allem Vertrauen in die natürliche Zeit.

Dieser Bereich ist friedvoll.

Persönliche Erfahrung

Ich war vor Kurzem mit meinem Sohn bei Rabesocke in Frankfurt. Es war das erste Mal, dass ich eine Puppen-Vorstellung von dem kleinen schwarzen Raben gesehen habe und es lud mich leider nicht dazu ein, das Zelt bald wieder aufzusuchen… Leider.

Da gebe es einiges zu kritisieren: lieblose Aufführung, langweilig, Kinder wurden kaum einbezogen usw… Mich persönlich hat besonders der „erzieherischer Ansatz“ mit einer ganzen Liste von „ich soll nicht“ und „ich darf nicht“ aufgeregt. Erhobener Finger im Kindertheater? Und dann noch mit Negativaussagen? Für mich kein gutes Konzept.

Jedoch zurück zum Thema: Das ganze Stück baute auf Aussagen wie „Alle Kinder lieben Spaghetti“ und “ Man, mal soll dies nicht, man soll jenes nicht“.

Über das Wort ’nicht‘ in unserem Sprachgebrauch und seiner Auswirkung auf unser Unterbewusstsein gern ein anders Mal. Heute möchte ich beim ‚man‘ bleiben.

Es wundert mich kaum, dass ‚unpersönliches Passiv‚ in dem Stück so oft verwendet wurde. Es war auch äußerst unpersönlich! Das sah man auch deutlich an den Reaktionen der Kinder: Sie sind durch das Zelt gerannt, auf die Sitzbänke auf und abgestiegen, zum Süßigkeitstand gelaufen (da war es persönlicher – immerhin frage der Verkäufer: „Was möchtest Du haben?“ und nicht etwa „Was wollen wir heute haben?“) oder Ähnliches.

Übel nehmen konnte ich es den kleinen Menschen nicht. Sie wurden ja auch kaum angesprochen. Und spätestens nach dem quasi ersten Satz „Alle Kinder lieben…“ war zumindest der Teil der Kids raus aus dem Spiel, der eben kein Spaghetti mag.

Eure Yve

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