Die Kunst, Nichts zu tun

Heute ist mir bewusst geworden, wieviel Anstrengung es bedarf Dinge zu tun, die mir gut tun! Hä?

Ja! Aus irgendeinem Grund fällt es mir ziemlich schwer, meinem Körper, meinem Geist und meiner Seele das zu geben, was sie am Leben halten. Ist das nicht merkwürdig?

Ich bin müde und trotzdem fällt es mir schwer, früh ins Bett zu gehen. Da sitzt dieses Männchen im Kopf dass mir ein schlechtes Gewissen machen möchte, weil die Wäsche noch nicht zusammen gelegt, die Küche noch nicht geputzt, die Rechnung noch nicht geschrieben, der Schreibtisch unaufgeräumt ist. Mal ganz abgesehen von den vielen kleinen Arbeiten und Versprechen die ich gegeben habe und die noch erledigt werden möchten. Eine Schlange ohne Ende, ein Berg, der nicht kleiner wird. Und dann sagt das Männchen auch noch es möchte Schokolade! Moment. Es ist 23:21. Aber es tut doch so gut!

Einen großen Zeitfresser habe ich bereits abgeschafft, den Fernseher. Na immerhin.

Früh schlafen, früh aufstehen, nur Wasser trinken, vegetarische leichte Küche, Mittagsschläfchen, täglicher Sport, Zeit für mich in Ruhe, zuckerfrei, mehr lesen, Klavier spielen, ein Tier streicheln, im Wald sein, mich nur mit Menschen umgeben die mir gut tun…

Ich weiß dass es mir damit besser geht. Und trotzdem tapse ich immer wieder in die Bequemo- Falle und beschäftige mich mit Dingen oder Menschen, die mir eher Engerie rauben. Und einmal angefangen lässt es sich schwer wieder entkommen.

Gott sei Dank fiel mir grad ein schlaues Buch in meinem Bücherschrank in die Hände: Die Kunst, nichts zu tun: Einfache Wege, wieder Zeit für sich selbst zu finden von Veronique Vienne und Erica Lennard.

Dort gibt es Hilfestellungen, nicht nur wie man richtig atmet, kunstvoll gähnt, sondern beispielsweise auch wie man „richtig“ einen Sonnenuntergang betrachtet. Ich wusste gar nicht dass es unrichtig dabei gibt.

In allem geht es ausschliesslich darum, alles in Ruhe, achtsam und mit gaaaaanz viel Zeit zu machen.

Letzten Sonntag hielt mich um 7uhr morgens nichts mehr im Bett und ich bin runter zum See gelaufen, um Yoga und eine Gehmeditation zu machen. Als die Kirchturmuhr 10 schlug war ich so entspannt und erfüllt dass ich verwundert war, dass es ERST 10 Uhr war. Ich hatte das Gefühl schon so viel erlebt zu haben. Vor allem war ich so glücklich, dass es völlig egal schien, was der Rest des Tages noch mit sich bringen würde.

Und dieses Gefühl von ausgefüllter Glückseeligkeit scheint die Zeit stehen bleiben zu lassen!

Entschleunigung ist ja so ein neues schönes modernes Wort. Wir können die Zeit aber wirklich beeinflussen!

Hast Du schon einmal einer Kerze beim Runterbrennen zugeschaut? Oder in Zeiten schweren Verliebtseins auf Deinen Partner sehnsüchtig gewartet? Die gleiche Zeit, die sonst so rennt schleppt sich sekündlich vor sich hin!

Zeit ist lediglich von uns Menschen definiert worden, jedoch ist mein ZeitEMPFINDEN ein reines Gefühl.

MEINE natürliche Zeit.

Und ja, ich höre immer wieder, es wäre mit unserer Gesellschaft nicht machbar, in seiner eigenen natürlichen Zeit zu leben. Und ob! Na klar. Denn mein Leben definiere und lebe ich selbst. Meine Uhr liegt im Schrank. Einen Wecker besitze ich nicht. Ich esse wenn ich Hunger habe. Gut. Mit dem Schlafen hapert es noch. Ich müsste viel eher schlafen gehen, nämlich wenn ich müde werde. Sport treibe ich wenn ich Lust dazu habe. Und auch WOZU ich Lust habe. Das ist immer anders. Je nach Jahreszeit, je nach Mond, je nach Tageszeit… was weiß ich 😉 !

Ich habe mein Gefühl zurück gefunden, das zu essen, worauf mein Körper Lust hat. Aber nur wenn ich in Ruhe bin und lauschen kann, was er spricht.

Egal also in welche Richtung… Wenn ich hören möchte, was ich brauche, um entspannt nichts zu tun, muss ich achtsam und entspannt sein und in mir ruhen.:-))) Und mal nichts tun.

Ich übe! Und wenn ich mal gar nicht weiter weiß, weil ich mir vorkomme wie eine Maus, die in der Milch strampelt und hofft dass es irgendwann Käse wird, habe ich gute Freunde mit tollen Ratschlägen.

Tief atmen

dankbar sein

sich die Frage stellen: Was würde die LIEBE tun?

Ich wünsche Euch und mir einen entspannten und sonnigen September. Happy Day!

Eure Alex

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