Alle Jahre wieder – hohohoho…!

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Das Fest der Liebe oder purer Stress?

Weihnachten zählt zu den wichtigsten Feiertagen in Deutschland. Traditionell beginnen die Festlichkeiten hierzulande an Heiligabend: Für viele ist der Weihnachtsgottesdienst ebenso ein fester Bestandteil wie das Festtagsessen und die Bescherung unterm Weihnachtsbaum.

Doch bevor es ans feiern geht liegen teilweise  die Nerven blank.

Vor allem für Eltern kann Weihnachten alles andere als besinnlich sein: Quengelnde Kinder, aufreibende Verwandtenbesuche, Mehr-Gänge-Menüs für die Familie… Die Realität sieht häufig anders aus als es uns die Werbung vormacht. Glückliche Kindern, Puderzuckerschnee und Kerzenschein etwas vor sind im Fernseher zu sehen – im wahren Leben herrscht statt Einigkeit und Harmonie  Stress bis hin zu regelrechter Weihnachtsfrust entwickelt.

Grundursache dafür sind vor allem unerfüllbare Erwartungen

– und die fangen schon bei dem Wunsch nach idyllisch-weißen Weihnachten  Zudem treffen zu Weihnachten vor oft unterschiedliche Vorstellungen aufeinander, was für Konfliktpotenzial sorgt. Daher hilft vorab mit allen Beteiligten den Ablauf zu besprechen: Wer will zur Kirche, wann wird gegessen, dürfen teenager anschließend mit Freunden feiern, etc.

Ein anderer wichtiger Stressfaktor ist Zeitmangel: Weihnachtsfeier in der Arbeit, einen Kuchen backen für das Weihnachtsfest im Kindergarten, die Schulaufführung der Kinder… Was viel vergessen – Nicht jede Weihnachtsfeier ist Pflicht. Psychologen raten den Eltern, nur die wichtigsten Veranstaltungen zu besuchen und auch mal Nein zu sagen. Zeit ist gerade heute in der stressigen Arbeitswelt ein wertvolles Geschenk. Die Weihnachtsfeiertage sollen doch gerade den Eltern und ihren Kindern  Zeit für Dinge bieten, die sie gemeinsam gerne machen wollen…

Also, was tun?!

Mehr Toleranz sich selbst gegenüber tut gut! Weder muss die Wohnung für Weihnachten perfekt geputzt sein, noch muss es an drei Tagen hintereinander Festmenüs geben, die man planen und stundenlang kochen muss. Gleiches gilt für die Sonderwünsche der Gäste: Opa ist Diabetiker, die Nichte verträgt keine Milch, die Tante isst kein Fleisch… Gastgeber sollten nicht versuchen, es allen recht zu machen. Bei einem Mehr-Gänge-Menü ist für jeden etwas dabei.

Drei Tage mit der ganzen Verwandtschaft können für alle Beteiligten sehr anstrengend sein: Die Kinder rennen schreiend durchs Haus, Papa diskutiert mit der Schwiegermama, Onkel Markus plündert den Weinbestand und in der Küche kocht das Wasser über… Wer Rückzugsorte schafft und Aktivitäten wie zum Beispiel lange Spaziergänge einplant, beschäftigt die Verwandten und sorgt so dafür, dass wenig Zeit für Streitereien bleibt.

Und da wäre dann auch noch der Weihnachtsmann!

Eigentlich sollte er ja mit dem Schlitten anreisen, aber meist nimmt er inzwischen das Auto oder den Bus, um zu seinen Terminen zu kommen. In einige Regionen kommt der Weihnachtsmann allerdings gar nicht mehr 🙁

„Weihnachtsmann-Notstand in Sachsen“, meldet die Dresdner Morgenpost, „Weihnachtsmann dringend gesucht“, heißt es in der Berliner Zeitung, „Sorge um den Weihnachtsmann“ schreibt die Mitteldeutsche Zeitung.

Den Berichten zufolge wird es vor allem im Osten des Landes immer schwieriger, Weihnachtsmänner zu engagieren. Die Rede ist nicht von den dickbäuchigen, bärtigen Großvätern oder Onkeln in der Familie, sondern von den Weihnachtsmännern, die Familien mieten können. Interessiert sich kaum noch jemand für den Job?

Das Berliner Studierendenwerk vermittelt 2018 keine Weihnachtsmänner mehr. Auch die Arbeitsagenturen übernehmen diese Aufgabe kaum noch, da es sich (laut Aussage der Behörde) nicht lohne. Einige Weihnachtsmänner hätten kein Interesse mehr an dem Job oder fühlten sich zu schlecht bezahlt, andere seien inzwischen zu alt dafür. Zugleich fehle es an Nachwuchs.

Es gibt noch soziale und kreative Werkstätten, die Weihnachtsmänner vermitteln. Mit mehreren Einsätzen ist wohl am Heiligabend  um die 500 Euro zu verdienen! Für denjenigen, der Gitarre spielen oder singen könnte, springe noch mehr heraus. Doch Studenten haben besseres zu tun… Oder einfach zu viel sodass sie an Weihnachten lieber bei der eigenen Familie feiern wollen.

Ein 53 Jahre alter „Weihnachtsmann“  will nach 30 Jahren nicht mehr arbeiten, weil er die Nase voll hat vom Konsum, wie die Dresdner Morgenpost (Quelle Spiegel.online) berichtet. „Früher brauchte ich einen Sack voller Geschenke für vier Kinder, jetzt brauche ich für ein einziges Kind manchmal vier Säcke“, sagte er der Zeitung.

Ein Weihnachtsmann Vermittler verrät, dass die wenigen, die sich noch für den Job interessiert, oft schon im Spätsommer ausgebucht sind. Vor allem die mit dem längsten Bart und dickstem Bauch 😉

Ende gut alles gut

Am 24.12. sitzen dann hoffentlich alle entspannt zusammen am Tisch, aufm Sofa, vorm Kamin oder wie auch immer Ihr feiert. Wir wünschen jedenfalls Allen ein gemütliches Fest und vor allem entspannte Feiertage!

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